» Home       » zurück zur Übersicht 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Zur Zeit können keine Hunde aus Santorini ausfliegen !

Hier die Hintergründe:

Wir hatten uns so sehr gefreut, dass endlich wieder Flüge von und nach Griechenland starten und unsere geretteten Hunde und Katzen endlich reisen können. Wir haben sofort drei Flüge gebucht, auf denen Helfer von uns rüber fliegen und die ersten Hunde und Kätzchen zu uns holen sollten. Doch dann kam alles ganz anders... auf dem ersten Flug mussten unsere Helfer letztendlich ohne die eingebuchten Hunde zurück fliegen. Einige der Tiere waren schon vermittelt und wurden sehnlich von ihren Familien erwartet. Doch keiner von ihnen durfte ausreisen und auch die beiden weiteren für Mitte und Ende Juli gebuchten Flüge mussten wir stornieren.
 

Was war passiert ?

 
Etwa drei Wochen zuvor wurden ca. 40 Hunde und Katzen zusammen auf einem gemeinsamen Transport in die Schweiz ausgeflogen, welcher von einigen Privatleuten aus der Schweiz organisiert wurde, um die bereits adoptierte Hunde und Katzen zu sich zu holen. Hierfür wurde extra ein Flugzeug gechartert. In unseren Augen war das eine zwar gut gemeinte aber auch sehr riskante Aktion, weil das Ausfliegen von so vielen Tieren auf einmal immer extremes Aufsehen erregt und zu großen Problemen führen kann. Es wäre besser gewesen, die Tiere nach und nach auf normalen Flügen mit ihren Adoptanten fliegen zu lassen. Denn schnell entsteht bei solch ungewöhnlichen Mengen von Tieren auf einem Transport der Verdacht eines illegalen Hundehandels, auch dann wenn alles seriös und in Ordnung ist. Böse Stimmen gibt es immer und überall gegen die Arbeit von Tierfreunden und Tierschützern. Der Flug selbst verlief zwar reibungslos und auch in der Schweiz gab es am Flughafen beim Einführen der Tiere keinerlei Probleme, da ja alle Papiere ordentlich und vorhanden waren. Aber das dicke Ende kam nach...

Der Flughafenleiter von Santorini freute sich so sehr darüber, bei dieser Aktion mitgeholfen zu haben, dass er hierzu einen Bericht und Fotos bei Facebook postete. Und das führte dann im Nachhang zu großen Problemen. Man muss dazu wissen, dass es in Griechenland schon von jeher einige einheimische Gruppierungen gibt, die die Tierschutzarbeit ausländischer Tierschutzorganisationen, also von Tierschutzvereinen aus England, Österreich, Deutschland, Schweiz etc., nicht nachvollziehen können und behaupten, dass diese Tierschutzvereine gar keine sind, sondern illegale Hundehändler und das alles nur tun, um die Hunde dann in Versuchslaboren oder Lederfabriken zu verkaufen. Mit Vernunft und Erklärungen, ja selbst mit Nachweisen über den Verbleib der Tiere, kommt man bei diesen Menschen leider nicht weiter. Nun wurde dieser Facebookpost über den Schweizer Flug mit den 40 geretteten Tieren von diesen Tierschutzgegnern dazu missbraucht, ein riesiges Fass aufzumachen. Ein griechischer Journalist stürzte sich ebenfalls auf diese medienträchtige Geschichte und beschuldigte in der Presse offen und haltlos alle Beteiligte skrupellose Tierhändler zu sein und schrieb, dass diese Tiere nun alle als Fellkügelchen an Schweizer Kleidung enden oder an Versuchslabore verkauft würden oder gar an Leute, die sie sexuell missbrauchen. Der kranken Phantasie scheint hier keine Grenze gesetzt zu sein.

 
Was hat das nun mit uns und unseren Hunden zu tun ?

Nun dieser ganze Wirbel um diesen Flug und die zwar unhaltbaren aber dennoch im Raum stehenden Anschuldigungen haben dazu geführt, dass die griechischen Justizbehörden sich gezwungen sahen ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen und zwar gegen jeden der möglicherweise in Zusammenhang mit diesem Charterflug auf Santorini stehen könnte. Ermittelt wird nun gegen alle an dem Flug beteiligten Tierbesitzer und Organisatoren, gegen alle Tierärzte auf Santorini, gegen den griechischen Tierschutzverein vor Ort und gegen die Gemeinde von Santorini.  Es wird in diesem Ermittlungsverfahren überprüft werden, ob die erhobenen Vorwürfe gerechtfertigt sind und ob bei der Ausfuhr der Tiere alles legal und ordentlich abgelaufen ist. Aufgrund dieses Ermittlungsverfahrens wurde seitens der Behörden ein bis auf weiteres geltende Ausfuhrverbot für alle Tiere aus Santorini in ein anderes Land erteilt, egal wer sie ausführen will, egal wohin und auch unabhängig davon, ob sie schon vermittelt sind oder in eine Pflegestelle reisen sollen. Kein Tier darf die Insel verlassen bis dieses Ermittlungsverfahren abgeschlossen ist. Und dieses Verfahren kann sich über Monate ziehen. Wir rechnen nicht vor Mitte/Ende September mit einer Klärung der Angelegenheit vor Ort und einer Erlaubnis, dass wieder Tiere die Insel verlassen dürfen. Eventuell wird es sogar noch länger dauern.

Diese ganze Situation ist mehr als ärgerlich und wir sind sehr sehr traurig darüber, doch wir können nichts tun außer abwarten. Natürlich geht es unseren Tieren im Tierheim weiterhin gut, aber einige davon könnten nun bereits ein neues besseres Leben in ihrem Zuhause oder in ihrer Pflegefamilie gestartet haben. Und, was besonders schlimm ist, wenn keine Tiere ausfliegen können, ergibt sich auch kein neuer Platz im Tierheim und wir können keine weitere Tiere in Not aufnehmen. Diese Tiere müssen dann auf der Straße bleiben, wo sie im Grunde keine Chance haben, zu überleben... die Rettungskette ist zum Erliegen gekommen.

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

<< zurück zur Beschreibung >> 

 

<< zurück zur Übersicht >>

 

 © TSV Santorini e.V.