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Wir trauern um Anna, um
einen wundervollen Menschen und eine großartige Tierschützerin.
Wir sind fassungslos und tieftraurig.
All die letzten Jahre haben wir Anna sehr schätzen gelernt,
haben durch ihre Hilfe so vielen Hunden das Leben retten können.
Der Mensch Anna, den wir dabei kennengelernt haben, war ein
Mensch mit einem unendlich guten Herzen - allen Tieren und allen
Menschen gegenüber. Ein Mensch, der all seine Kraft und seine
Zeit den Hunden in Kilkis gewidmet hat – bedingungslos und
aufopfernd und dies ehrenamtlich neben einem eigenen vollen
Leben.
Anna war immer für die Tiere da, ging ständig über ihre Grenzen.
Sie kümmerte sich um die Hunde im Tierheim, fütterte sie
täglich, gab Medikamente, machte die Gehege sauber – teils in
den frühen Morgenstunden oder am späten Abend - noch vor bzw.
nach ihrer beruflichen Arbeit. Sie kümmerte sich zudem stets um
die Notfälle, die sie bei sich zuhause betreute und sie fütterte
an vielen Stellen Straßenhunde in und um Kilkis.
Sie versorgte in den umliegenden Dörfern immer wieder diverse
Hunde in leerstehenden Häusern, die dort von den Besitzern
zurückgelassen wurden. Sie hielt engen Kontakt mit Tierschützern
außerhalb Griechenlands, um ihren Schützlingen dort eine Chance
auf ein gutes Zuhause zu geben. Die damit verbundene zusätzliche
Arbeit ist nicht zu unterschätzen. In Verbindung bleiben,
täglich zahlreiche Nachrichten und Emails durchschauen und
beantworten, Fotos von den Hunden machen, Beschreibungen
schicken, Hunde vorbereiten, zum Flughafen bringen und… und…
und…
Anna war eine sehr liebe und sanfte Person, loyal, fair und
empathisch. Sie war freundlich zu allen, aber sie konnte genauso
gut auch zur entschlossenen Kämpferin werden bei Menschen, die
ihre Tiere nicht gut behandelten. Sie kämpfte dann mit aller
Energie und Wut dafür, dass sich die Situation für diese Tiere
besserte oder dass man ihr die armen Hunde herausgab. Sie
scheute dabei keinen Konflikt, legte sich mit jedem an, wenn es
darum ging, ein Tier zu retten.
Sie investierte täglich viele Stunden für die Tiere, nutzte ihre
gesamte Freizeit. Sie fuhr unzählige Kilometer für ihre
Schützlinge, nicht weil dies ihr Job war, sie tat dies
ehrenamtlich und weil es ihr eine Herzensangelegenheit war. Sie
lebte für die Tiere und konnte und wollte die Tiere nicht im
Stich lassen, keines von ihnen.
Sie managte die vielen langen Fahrten zum Flughafen nach
Thessaloniki, wenn Hunde ein neues Zuhause außerhalb von
Griechenland gefunden hatten. Egal zu welcher Tageszeit – die
Flugpläne fragten nicht nach Annas Arbeitszeiten oder ob sie
gerade völlig erschöpft oder gar krank war. Teilweise musste sie
schon mitten in der Nacht aufstehen, um alles rechtzeitig
hinzubekommen. Hunde vom Tierheim abholen, Boxen aufbauen, alles
in ihr kleines Auto verstauen – und das meist ganz alleine.
Manchmal wunderte man sich, wie sie das hinbekommt – aber sie
bekam es hin. Niemals ist ihr ein Hundchen entlaufen, jeder Hund
war bei ihr in sicheren Händen.
Dann gab es noch die immer wieder notwendigen Fahrten in die
eine Autostunde entfernte Tierklinik nach Thessaloniki, teils
geplant für Operationen, aber auch oft unverhofft mitten in der
Nacht wenn es einem ihrer Schützlinge plötzlich schlecht ging.
Wir unterstützten Anna all die Jahre wo immer wir konnten. Doch
so sehr Anna auch Hilfe von außen bekam, wofür sie stets sehr
dankbar war, die Hauptlast lag dennoch auf ihren Schultern. Sie
war es, die die Hunde von der Straße auflesen musste, die teils
schon tot waren oder im Sterben lagen, weil man sie vergiftet
hatte. Sie musste all diese emotionale Last tragen und mit den
Bildern fertig werden. Sie musste das unfassbare Leid dieser
Tiere ertragen, denen sie oft nicht mehr helfen konnte. Doch sie
machte immer weiter, gab nie auf, kämpfte für ihre Hunde in
Kilkis. Sie war oft tieftraurig und voller Schmerz, es gab so
viele schlimme Situationen, aber Anna machte weiter.
Trotz alldem war Anna stets ein Sonnenschein. Ihr Lächeln
überstrahlte alles, wenn es ihr gut ging. Egal wieviel Arbeit
sie hatte, egal wie müde sie war, solange es ihren Schützlingen
und ihrer Familie gut ging, ging es auch Anna gut. Sie lachte
und lächelte auch dann noch, wenn sie total müde und völlig
fertig war. Anna scheute keine Arbeit. Sie hielt immer durch,
bis der letzte Hund gefüttert und versorgt und das Gehege vom
Kot befreit war.
Und Anna hatte noch so viele Pläne, sie wollte noch so vielen
Hunden helfen. Doch nun kam alles anders.
Wir sind so tief traurig, dass Du nicht mehr da bist, Anna.
Du fehlst so sehr!
Anna, Du warst was ganz Besonderes und unzählige Hunde haben Dir
ihr Leben zu verdanken, hätten ohne Dich nicht weitergelebt. Und
nun gibt es Dich nicht mehr… unvorstellbar.
Wie soll es nun weitergehen? Wir wissen es noch nicht, sind noch
im Schock und voller Traurigkeit.
Aber eines wissen wir, wir werden einen Weg finden, Deinen Traum
weiter zu leben. Wir werden weiter für die Hunde in Kilkis da
sein, neue Kontakte knüpfen, neue Helfer finden – wir schaffen
das Anna – für Dich !
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